Freitag, 5. Juni 2009

Dear Mr. President


Anlässlich Ihres Dresdenbesuchs heute möchte ich Ihnen einige Fragen stellen:

In typischer Manier haben Sie mit Ihrem Blend-a-dent-Lächeln die historische Innenstadt besichtigt und in diesem Zusammenhang der majestätischen Frauenkirche Ihren Tribut gezollt. Das gehört sich ja auch so für einen Politiker Ihres Formats. Schließlich haben Sie mit diesem Charme nahezu die ganze Welt verzaubert- mich eingeschlossen. Aber halten Sie auch, was Sie vesprechen? Zugegeben, das ist durchaus ein fächerübergreifendes Politikerproblem, aber sind Sie, wie Ihr Vorgänger, auch nur eine Marionette? Fein rausgeputzt als Maskottchen einer Politik, die eigentlich andere machen? Ich hoffe nicht. Schließlich haben Sie das Bild der Amerikaner in der Welt nachhaltig verbessert, was nicht zuletzt Ihre phantastische Rede in der Universität von Kairo diese Woche zeigt. Doch bei all den inszenierten Auftritten mit fast schon choreografisch genauem Ablauf -als hätte Detlef D! Soost seine Finger im Spiel- stellt sich mir die durchaus berechtigte Frage: Wieviel Entertainment kann Politik vertragen? Ist es gut, den "wichtigsten" Mann der Welt wie einem Filmstar zu vermarkten, oder schadet das seiner politischen Kompetenz?
Sicher ist aber eins: Obama hat sich als Wahlkampfass profilliert, nun bleibt nur zu hoffen, dass er dies auch als Politiker tut, wenn man sich die aktuellen weltpolitischen Krisen vor Auge führt.

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